Musikschule und Schule

Eine umfassende und ganzheitliche Bildung braucht auf kommunaler Ebene die Kooperation vieler Partner mit dem gemeinsamen Ziel, die Zugänge zur Bildung offen und gerecht zu gestalten. Die öffentlichen Musikschulen in NRW verfügen über langjährige und vielfältige Erfahrungen in der Kooperation mit den allgemeinbildenden Schulen und gelten längst in nahezu allen Kommunen, Gemeinden und Landkreisen als kompetente und zuverlässige Bildungspartner der Schulen. Die Formen und Möglichkeiten der Zusammenarbeit sind dabei vielfältig und auf die jeweiligen Voraussetzungen, Bedürfnisse, Wünsche und Möglichkeiten vor Ort abgestimmt.

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Landesverband der Musikschulen in NRW
Breidenplatz 10
40627 Düsseldorf
Tel. (0211) 25 10 09
kontakt@lvdm-nrw.de

Öffentliche Musikschulen als Bildungspartner

Durch die Initiative „Bildungspartner NRW – Musikschule und Schule“ soll landesweit die Zusammenarbeit zwischen allgemeinbildenden Schulen und Musikschulen nachhaltig gestärkt werden.

Hintergrund der Initiative ist die Bündelung vorhandener Ideen und Aktionen in systematische Strukturen und die Anregung zu neuen Kooperationen. In einer gemeinsamen Erklärung haben das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport NRW und das Ministerium für Schule und Weiterbildung NRW mit den kommunalen Spitzenverbänden Städtetag NRW, Landkreistag NRW und Städte- und Gemeindebund NRW den Grundstein für die Initiative „Bildungspartner NRW – Musikschule und Schule“ gelegt.

Bildungspartner NRW, ein gemeinsames Angebot des Landes NRW und der beiden Landschaftsverbände, hat den Auftrag, die Initiative zu koordinieren und durchzuführen. Sie wird dabei unterstützt vom Landesverband der Musikschulen in Nordrhein-Westfalen e.V.
Seit 2005 wird die Zusammenarbeit kommunaler Kultur- und Bildungseinrichtungen mit Schulen gezielt weiterentwickelt und gefördert. Bibliotheken, Museen, Volkshochschulen, Medienzentren und Musikschulen bieten vielfältige Potenziale für das schulische Lernen. Eine Bildungspartnerschaft erschließt vorhandene Ressourcen, so dass Schulen, außerschulische Einrichtungen und vor allem Kinder und Jugendliche in den Städten und Gemeinden davon profitieren.

Weitere Informationen: www.bildungspartner.schulministerium.nrw.de

JeKits - Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen

„JeKits – Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen“ ist ein kulturelles Bildungsprogramm in der Grundschule in Nordrhein-Westfalen und wird an derzeit an 814 Grundschulen vor allem von den öffentlichen Musikschulen umgesetzt. Es ist das landesweite Nachfolgeprogramm von „Jedem Kind ein Instrument“, das im Jahr 2007 für das Ruhrgebiet entwickelt wurde.

Der Unterricht findet grundsätzlich in der Grundschule statt. So kann gewährleistet werden, dass alle Kinder einer JeKits-Schule Zugang zu den musikalischen bzw. tänzerischen Angeboten haben, ohne lange Wege überwinden zu müssen. Darüber hinaus stellen Ermäßigungen sicher, dass ökonomische Gründe einer Teilhabe der Kinder an JeKits nicht entgegenstehen.

Ein Grundpfeiler von JeKits ist das gemeinsame Musizieren bzw. Tanzen von Anfang an. Zeitgleich mit der Unterrichtsaufnahme machen die Zweitklässler wichtige ästhetische Erfahrungen im JeKits Orchester, im JeKits Chor oder im JeKits Tanzensemble.

Zum Weiterlesen: JeKits-weiterfuehrende-Informationen (pdf, 585 KB).
Außerdem finden Sie alle aktuellen Informationen zum Programm „Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen“ (JeKits) unter www.jekits.de

Mit der JeKits-Akademie haben die Stiftung und der LVdM ein innovatives Instrument geschaffen, das die Idee des gemeinsamen Musizierens und Tanzens von Anfang an für die Praxis ausformuliert und in das Land trägt: Die Akademisten verbreiten die Ergebnisse der Akademie in den Musikschulen des Landes.

Der LVdM NRW setzt sich für eine qualitative Fortentwicklung von JeKits ein, damit die im Programm angelegten Potentiale konsequenter genutzt werden können.

Zum Weiterlesen: JeKits-Akademie (pdf, 397 KB)
Zum Vorgängerprojekt „Jedem Kind ein Instrument“ siehe www.jekits.de/das-programm/jeki/informationen/

Öffentliche Musikschulen in der OGS

Musikschulen und offene Ganztagsschulen in NRW

Schon am 18. Juli 2003 schlossen das Ministerium für Schule, Jugend und Kinder (MSJK), das Ministerium für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport (MSWKS) des Landes Nordrhein-Westfalen, der Landesmusikrat (LMR) und der Landesverband der Musikschulen (LVdM) eine Rahmenvereinbarung über die Zusammenarbeit in und mit Offenen Ganztagsschulen.
Gemeinsames Ziel war und ist es, die musisch-kulturelle Bildung in den Schulen durch musikpädagogische und insbesondere musikpraktische Angebote so zu ergänzen, dass jedes Kind seine musikalischen Fähigkeiten entdecken, erfahren und entfalten kann.

Auf der Grundlage der Rahmenvereinbarung aus dem Jahr 2003, den Neuauflagen von 2012 und 2017 sowie musikpädagogischer Konzepte, die vom Landesverband der Musikschulen erarbeitet und in den Mitgliedsschulen vor Ort stetig weiterentwickelt wurden, sind in den über 10 Jahren seit Einführung der Offenen Ganztagsschule zahlreiche Modelle entstanden, die Kindern in der Schule vielfältige Möglichkeiten des aktiven Musizierens eröffnen. Ein neuer Erlass vom Februar 2018 stellt klar, dass Schülerinnen und Schüler während der Zeiten des offenen Ganztags am Nachmittag auch an regelmäßigen außerschulischen Bildungsangeboten (zum Beispiel in Sportvereinen oder Musikschulen) und am herkunftssprachlichen Unterricht teilnehmen können.

Neben Modellen und Programme wie „JEKISS – Jedem Kind seine Stimme“ (aus Münster), „JeKi-Sti – Jedem Kind seine Stimme“ (in Neuss), „MoMo – Monheimer Modell“ (aus Monheim) sowie insbesondere natürlich auch „JeKi – Jedem Kind ein Instrument“ (2003 in Bochum entwickelt, 2007 im Ruhrgebiet eingeführt) und „JeKits – Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen“ existieren noch viele weitere Formen der Zusammenarbeit zwischen Musikschulen und Offenen Ganztagsschulen, die speziell auf die Gegebenheiten vor Ort ausgerichtet sind und ganz unterschiedliche Ausrichtungen und inhaltliche Schwerpunkte aufweisen. (Siehe auch www.bildungspartner.nrw.de bzw. www.musikschule.schulministerium.nrw.de)

Durch die Kooperation mit der Musikschule vor Ort ermöglichen die Offenen Ganztagsschulen ihren Schülerinnen und Schülern eine zusätzliche musikpädagogische Förderung, die sonst, als außerschulisches Angebot, vielen Kindern verwehrt bliebe. Überdies erleben die Schulen das regelmäßige aktive Musizieren der Schülerinnen und Schüler als Bereicherung des gesamten Schullebens.

Die öffentlichen Musikschulen stellen sich ihrer Verantwortung zur Mitgestaltung und Bewältigung gesellschaftlicher Prozesse und Aufgaben. Als verlässliche Bildungspartner der Schulen gestalten sie das Schulleben vor Ort aktiv mit und arbeiten mit den Schulen gemeinsam an der Weiterentwicklung bestehender Konzepte und Programme.

Der Landesverband der Musikschulen in NRW (LVdM) unterstützt und begleitet diese Entwicklungen durch regelmäßigen Austausch innerhalb des eigenen Verbandes, mit anderen Fachverbänden und den zuständigen Ministerien sowie mit Veröffentlichungen zum Thema.

Weiterführende Informationen siehe Materialien

Öffentliche Musikschulen in der weiterführenden Schule

Die öffentlichen Musikschulen in NRW verfügen über langjährige Erfahrungen in der Kooperation mit weiterführenden Schulen und gelten längst in nahezu allen Kommunen, Gemeinden und Landkreisen als kompetente und zuverlässige Bildungspartner der Schulen. Die Formen und Möglichkeiten der Zusammenarbeit sind dabei vielfältig und auf die jeweiligen Voraussetzungen, Bedürfnisse, Wünsche und Möglichkeiten vor Ort abgestimmt. Als Beispiele seien hier das Klassenmusizieren (Bläserklassen, Streicherklassen, Perkussionsklassen), Ensembles wie Orchester, Chor oder kleinere Besetzungen oder auch  Musiktheaterprojekte genannt, die in den weiterführenden Schulen in Kooperation mit den örtlichen Musikschulen stattfinden.

 

Eine (Musik-)Schule für alle – Kooperation anders denken
Seit über zwei Jahren machen sich in Nordrhein Westfalen, insbesondere in Köln, Bonn und Heinsberg, drei Kooperationsstandorte aus je einer weiterführender Schule und einer Musikschule auf den Weg zu „Eine(r) (Musik)Schule für alle“. Der Name dieses durch das Ministerium für Schule und Bildung und das Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW geförderten Gemeinschaftsprojekts ist Programm:
Schule und Musikschule werden hier als eins gedacht – als eine integrative (Musik)Schule – als ein Lernort, der die musikalische Ausbildung von Schülerinnen und Schülern gemeinsam konzipiert und aus diesem Grund eine dichte Verzahnung von Musikschule und Schule anstrebt. Die Verpflichtung beider Institutionen, die Bildungswege aller Schülerinnen und Schüler inhaltlich, organisatorisch und menschlich gemeinsam im Blick zu behalten, ist Wesensmerkmal dieses Projektes. „Eine (Musik-)Schule für alle“ ist ein Forschungs- und Praxisprojekt des Landesverbands der Musikschulen NRW und der Hochschule für Musik und Tanz Köln, gefördert durch die Ministerien für Kultur und Wissenschaft NRW sowie für Schule und Bildung NRW

Weitere Informationen zu „Eine (Musik)Schule für alle“

 

Anerkennungskultur etablieren: Kooperation zwischen Schule und außerschulischen Partnern als Voraussetzung für ganzheitliche Bildung

Beim Thema Anerkennungskultur geht es darum, die ganzheitliche Bildung und Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen in den Mittelpunkt zu stellen und, damit einhergehend, bestmögliche Bedingungen des Aufwachsens und Lernens sicherzustellen.

In dem Artikel „Eine Kultur der Anerkennung etablieren“ werden die Rahmen- und Gelingensbedingungen zur Etablierung der Anerkennungskultur für außerschulisches Engagement in den Blick genommen: „Die schulische Anerkennung außerschulisch erworbener Kompetenzen, Fähigkeiten und Fertigkeiten kann auf sehr unterschiedliche Weisen geschehen. Generell unterschieden werden können formale und eher informelle Anerkennungspraxen. Formale, vor allem auf Zeugnisse bezogene, Würdigungen sind geregelt durch die Abschnitte 4 und 5 des am 24. April 2015 neugefassten Runderlasses »Zeugnisse, Bescheinigungen über die Schullaufbahn« (BASS 12-65 Nr. 6), die Möglichkeiten für Zeugnisbemerkungen eröffnen. Darüber hinaus können den Zeugnissen Beiblätter in Form von Bescheinigungen von Einrichtungen und Organisationen beigefügt werden – aus unterschiedlichen Bereichen ehrenamtlicher Tätigkeit: etwa im sozialen Bereich, im kulturellen Bereich, im Natur-, Landschafts- und Umweltschutz, in der freien Jugendarbeit oder im Sport.“
Die Autorengruppe außerschulischer Partner (Eva Dämmer, stellvertr. Vorsitzende des LVdM NRW und Leiterin der Musikschule Hilden; Dr. Heike Stumpf, Landesmusikrat NRW, Gregor Gierlich, Landesjugendring NRW und Dr. Walter Lindenbaum, Landesmusikrat/Bundesverband Musikunterricht NRW) kommt zu dem Fazit: „Angesichts der vielen Aufgaben, die Lehrerinnen und Lehrer zu erfüllen haben, ist es für sie oft schwierig, die eigenen Schülerinnen und Schüler über den Unterricht hinaus in ihrer Gesamtheit wahrzunehmen und somit ihre individuellen Bildungswünsche zu berücksichtigen. Hier ist Kommunikation gefragt: Nur was bekannt ist, kann auch berücksichtigt werden, daher müssen außerschulische Anbieter, Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern über Schulisches und Außerschulisches, im Idealfall alle gemeinsam, reden und sich gegenseitig informieren. … Nur die gegenseitige Wertschätzung der Akteure in Schule und in den außerschulischen Bereichen kann die ganzheitliche Bildung derjenigen gewährleisten, um die es in beiden System geht: Kinder und Jugendliche.“

Der vollständige Artikel „Eine Kultur der Anerkennung etablieren“ erschien im Heft „Schule NRW“ (12/2016), dem Amtsblatt des Ministeriums für Schule und Weiterbildung, und steht hier als pdf-Datei (244 KB) zum Download zur Verfügung.

Zum Runderlass vom 24. April 2015 des Ministeriums für Schule und Weiterbildung des Landes NRW: https://www.schulministerium.nrw.de/docs/Schulpolitik/G8-G9/Runderlass-vom-24_04_2015-Erlass-Zeugnisse_-Bescheinigungen-ueber-die-Schullaufbahn.pdf

 

Das Mutmachpapier!
Dass Musikschulen mit allgemeinbildenden Schulen kooperieren, ist inzwischen mehr oder weniger selbstverständlich geworden. Wir möchten mit diesem Papier mehr Mut machen, sich als Musikschulleiter/in (oder auch Musikschullehrer/in) weitergehend auf den Weg zu machen und bestehende Kooperationen weiter auszubauen, zu vertiefen und zu verbessern, oder sich auf neue Partner einzulassen …
Mutmachpapier zum Download (pdf 4.42 MB)

Durchgängige Bildungsbiographien

Eine umfassende Bildung ist zentral für das Wohlergehen des Einzelnen ebenso wie für die Zukunftsfähigkeit von Kommunen. Dabei kommt der Durchgängigkeit musikalischer Bildungsverläufe eine hohe Bedeutung zu. Diese erfordert eine aufmerksame Gestaltung der Übergänge und funktionierende Kooperationen zwischen Kindertagesstätten, Schulen und Musikschulen.

Der Landesverband der Musikschulen in NRW arbeitet daher in seinen Projekten und Initiativen gemeinsam mit den ministeriellen Bereichen Kultur, Kinder/Jugend und Schule, der JeKits-Stiftung sowie den SchulmusikerInnen an einem durchgängigen Gesamtkonzept, das von der Kindertagesstätte über die Grundschulzeit in der weiterführenden Schule nahtlos fortgeführt werden kann.

Selbstverständlich darf ein Konzept zu durchgängigen musikalischen Bildungsbiographien nicht am Ende der schulischen Laufbahn abrupt enden, sondern muss auch die folgenden Lebensabschnitte mit Berufsausbildung/Studium, Berufstätigkeit und Familienzeit, sowie nachberuflicher Phase und Lebensabend einschließen.
Zum Weiterlesen: DurchgaengigeBildungsbiographien-weiterfuehrende-Informationen (pdf, 424 KB)

Materialsammlung: Literatur und Links