Das Netzwerk „Musik im Kita-Alltag NRW“ füllt sich mehr und mehr mit Leben. Diesen Eindruck vermittelte die Netzwerk-Tagung am 16. November im LWL-Landeshaus in Münster. Vertreterinnen und Vertreter aus Verwaltung und Politik, Kita-Leitungen, Fachberater, Vertreter von Trägern, Lehrkräfte aus der Elementarpädagogik sowie Erzieherinnen und Erzieher waren eingeladen und berichteten aus der gelebten Praxis.
Unter dem Dach des Netzwerks finden sich zum einen die bereits seit längerem bestehenden Initiativen wie die des Landesverbands der Musikschulen (Kita und Musikschule), der Bertelsmann-Stiftung (Mika – Musik im Kita-Alltag) oder des Chorverbands (Toni singt), zum anderen die durch die Projektmittel finanzierten und durch die Landesmusikakademie NRW ins Leben gerufenen Maßnahmen: Fachtage, Tageskurse, gezielte Begleitung von „Kitas im musikalischen Aufbau“. Johannes Voit Professor für Musikpädagogik an der Universität Bielefeld legte in seinem Eröffnungsvortrag „Von der Kita ins Konzerthaus. Partizipative Musikprojekte als Chance für ästhetische Erfahrung“ dar, wie die „Offenohrigkeit“ mit zunehmendem Alter abnimmt; mit zehn Jahren seien bereits Präferenzen ausgebildet – man solle die Offenohrigkeit von Kindern stärker nutzen. Stefan Wolf schickte die Tagungsteilnehmer anschließend in die Zukunftswerkstatt – dort waren sie gefordert, ihre „Visionen“ zu formulieren und Strategien zu entwickeln, die dorthin führen. „Konzepte wie Kita und Musikschule“ sollten zum Regelangebot werden, sagte Staatssekretär Bothe vom Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen im Podiumsgespräch mit Vertreterinnen der musikalischen Praxis in der Kita. Lotta Donner (Musikschule Hilden) und Katharina Niebel (Kita Itterpänz, Hilden) berichten dem Staatssekretär von ihren Erfahrungen in Hilden. Susanne Bäcker (Kindergarten zur Wasserburg, Fröndenberg) plädierte dafür, dass Kitas multiprofessionelle Teams mit Elementaren Musikpädagogen beschäftigen können sollten.  Bothe bekundete, dass er sich vorstellen könne, bei der Novellierung des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) den Bereich der musikalischen Bildung stärker zu berücksichtigen, z.B. durch Freistellung, durch Fort- und Weiterbildung. Anschließend rückte – wie bereits bei der Kölner Tagung im Vorjahr beim Landschaftsverband Rheinland – das Thema Partizipation in den Mittelpunkt. Juliane Gerland, Professorin an der Fachhochschule Bielefeld gab zu bedenken, dass sich nicht alles partizipativ regeln lasse, wenn man eine ununterbrochene Musikbiographie gewährleisten wolle. Ausreichenden Experimentierraum könne man zwar gewähren, man müsse aber auch die Anschlussmöglichkeit an musikpädagogische Konzepte von Schule und Musikschule im Auge behalten.

Eine Dokumentation der Tagung am 16.11. in Münster wird zurzeit erstellt und ist in Kürze auf der Website des Netzwerks abrufbar: https://www.landesmusikakademie-nrw.de/musik-im-kita-alltag/

Das Netzwerk Musik im Kita-Alltag NRW wurde vom Landesmusikrat NRW, der Landesmusikakademie NRW, der Bertelsmann Stiftung und der Peter Gläsel Stiftung Ende 2015 ins Leben gerufen mit dem Ziel, Musik in jeder Kita in NRW als Selbstverständlichkeit im Kita-Alltag zu integrieren. Das Netzwerk ist ein Zusammenschluss, der sich als lebendiges Netzwerk versteht und von den Erfahrungen und Wünschen der teilnehmenden Kitas lebt. Es übernimmt in diesem Bereich die Vernetzung der verschiedenen musikalischen Akteure, Fortbildungen mit praxisorientierten Workshops sowie Begleitung und Beratung von Kitas, die die Musik stärker in ihrem Alltag verankern möchten. Der LVdM NRW ist Mitglied der Steuerungsgruppe.