„Begabt und schon krank – die Schmerzen junger Musiker“

Viele junge Musiker unter 18 Jahren haben Schmerzen beim Musizieren, fühlen sich überlastet und besuchen Ärzte, um ihre Probleme loszuwerden. Dies ist das Ergebnis einer internen Statistik der Interdisziplinären Ambulanz für Musikermedizin am Universitätsklinikum Düsseldorf. Diese Spezialabteilung für erkrankte Musiker hat seit 2012 weit über 1000 Patienten untersucht und behandelt. Dabei liegt der Anteil junger Musiker unter 18 Jahren konstant bei unerwartet hohen 15-20 Prozent. Ein musikermedizinischer Abend bei einer Arbeitsphase des Landesjugendorchesters NRW in Nottuln im November 2013 zeigte, dass fast die Hälfte aller anwesenden Musiker über akute oder bereits chronische Beschwerden klagte; 30 junge Musikerinnen und Musiker wurden mit Kinesiotapes behandelt und mit Übungsprogrammen ausgerüstet.
Während der Untersuchungen in der Musikerambulanz der Uniklinik zeigt sich meist, dass junge Musiker zu viel, zu lange, mit mangelhafter Haltung und methodisch falsch üben. Es erweist sich aber auch, dass bei vielen Musikpädagogen und Ensembleleitern oftmals nur ungenügende Kenntnisse über physiologische, anatomische, ergonomische und psychische Aspekte des Musizierens sowie über Belastungsgrenzen im Kinder-und Jugendlichenalter bestehen.
Diesem Mangel soll ein Fortbildungs-Workshop in der Clara-Schumann-Musikschule Düsseldorf abhelfen.

Das Team der Düsseldorfer Uni-Ambulanz, die sich als ein Netzwerk von Spezialisten versteht, wird am Samstag, 25. Oktober, von 10 bis 15 Uhr von ihrer Arbeit berichten und auf verschiedene Aspekte der Musikergesundheit in der U 18-Generation eingehen. Die Experten der Uniklinik vertreten die Fachbereiche Neurologie, Orthopädie, Psychotherapie und Physiotherapie. Auch Instrumentenbauer werden zum Workshop kommen.

Neben der Diskussion häufiger Problembereiche und Krankheitsbilder des Musizierens soll Prävention ein wichtiger Aspekt des Workshops sein:

  • Wie lassen sich Überlastungssyndrome vermeiden?
  • Wie kann sie der Lehrer frühzeitig erkennen?
  • Wie können Ensembleproben aus musikermedizinischer Sicht sinnvoll gestaltet und gegliedert werden?
  • Wie sollten Musikpädagogen mit Lampenfieber und Auftrittsangst ihrer Schüler umgehen?


Der Workshop bietet von 10 bis 12.30 Uhr einen Überblick über verschiedene Aspekte der Thematik. Von 13.30 bis 14:30 Uhr wird es mehrere Arbeitsgruppen geben (u.a. „Auftrittsangst“, „Geigenbau“, „Dehn-und Aufwärmübungen – aber richtig“, „Problemgebiet Schulter und Ellbogen“) geben. In einer Schlussrunde von 14.30 bis 15 Uhr sollen gemeinsam die Ergebnisse diskutiert werden.

Der Workshop zur Musikermedizin ist eine Veranstaltung des Landesverbands der Musikschulen in NRW e.V. in Kooperation mit der Clara-Schumann-Musikschule der Stadt Düsseldorf.

Dozenten
Dr. Wolfram Goertz, Interdisziplinäre Ambulanz für Musikermedizin, und ein Team der Ambulanz des Universitätsklinikums Düsseldorf aus den Fachbereichen Neurologie, Orthopädie, Psychotherapie und Physiotherapie; Instrumentenbauer

Zielgruppe
Die Fortbildung richtet sich an Musikschullehrkräfte und an alle Interessent/innen.

AnhangGröße
Anmeldeformular Musikermedizin 25.10.2014.pdf305.64 KB
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Wann?
Samstag, 25. Oktober 2014 (10-15 Uhr)

Wo?
Clara-Schumann-Musikschule der Stadt Düsseldorf Prinz-Georg-Straße 80, 40479 Düsseldorf

Kosten:
25,- Euro exkl. Verpflegung. Diese wird jedoch vor Ort zum Kauf angeboten.

Weitere Infos und Anmeldung:
Landesverband der Musikschulen NRW e.V.
Telefon: (0211) 25 10 09
kontakt@lvdm-nrw.de
>>> Anmeldeformular als pdf zum Ausdruck