Projekt im Landtag NRW vorgestellt

Die kulturelle Vielfalt ist Teil unserer Identität – nicht zuletzt in Nordrhein-Westfalen. Gleichzeitig stellt sie unsere Gesellschaft vor Herausforderungen, die auch die Kulturakteure auf den Plan rufen: Erst die tiefgehende Kenntnis und Wertschätzung der verschiedenen im Land lebenden Kulturen machen ein gutes Zusammenleben aller möglich. So befasst sich der Landesverband der Musikschulen in NRW seit 2013 im Projekt MüzikNRW mit der interkulturellen Arbeit an Musikschulen, resultierend aus der Notwendigkeit, die Musik anderen Kulturen an unseren Musikschulen sichtbar zu machen.

Am 14. Dezember stellte der LVdM im Landtag die Fortsetzung von MüzikNRW vor und diskutierte in diesem Zusammenhang mit Vertretern aus Musikschulen, Verbänden, freischaffenden Musikern und Landtagsabgeordneten auch über die wichtige Rolle der Musikschulen bei der Integration von Flüchtlingen.
Arif Ünal, Vorsitzender des Integrationsausschusses des Landtags, begleitet MüzikNRW seit 2014. Er betonte in seinem Statement erneut die Bedeutung der Rolle der Musikschulen – sowohl für die aktuelle Arbeit mit Flüchtlingen als auch für die Integration von Migranten im Allgemeinen: Immer noch, so Ünal, bilden in Deutschland die öffentlichen Institutionen, auch in der Kultur, die längst bestehende multiethnische, multikulturelle und multireligiöse Gesellschaft nicht ab. In diesem Zusammenhang bezeichnete er die von MüzikNRW ausgehenden Impulse als „bundesweit einzigartig“.
Projektleiter und LVdM-Vorsitzender Ruddi Sodemann stellte MüzikNRW 2 vor: Im Zentrum steht das Zusammenführen unterschiedlicher, in NRW lebender Kulturen im gemeinsamen Musizieren. Diese Ensemblearbeit wird im Rahmen des Projekts exemplarisch an den sieben Projektstandorten Bochum, Duisburg, Herten, Hürth, Lüdenscheid, Oberhausen und Rheine begleitet. Darüber hinaus wird es im kommenden Jahr künstlerisch-praktische Workshops geben, die sich mit Skalen, der Improvisation als selbstverständlichem Bestandteil in anderen Musikkulturen, Rhythmen und Instrumenten befassen werden, sowie einen pädagogischen Workshop zur Vermittlung fremder Tonsprachen und einen vertiefenden Fachtag zum zentralen Thema Elternarbeit. Hinzu kommt nicht zuletzt die musikalische Arbeit mit Flüchtlingen.

Beispielhaft wurden bei der Informationsveranstaltung Wege aufgezeigt, was Musikschulen, Chöre und Musikvereine hierbei leisten können:
Robert von Zahn berichtete seitens des Landesmusikrats NRW wie im Sommer 2015 aus ersten Diskussionen eines Arbeitskreises heraus ein Förderprogramm für Flüchtlingsprojekte von Musikvereinen, Chören und musikalischen Initiativen entstand. Wichtig war es dem Dachverband, dass nicht nur Fördergeld, sondern auch praxisnahe Verhaltensempfehlungen an die Mitgliedsvereine der Laienmusikvereine gegeben wurden. Die Empfehlungen resultierten auch aus Erfahrungen der Musikschule Bochum, die schon 2014 mit Flüchtlingsprojekten begann und die Ergebnisse in jenem Arbeitskreis mit dem NRW Kultursekretariat, dem Landesmusikrat NRW und dem Landesverband der Musikschulen diskutierte. Nun arbeiten 42 Projekte des Förderprogramms mit unterschiedlichen Erfolgserfahrungen. Auf Basis der Rückmeldungen erarbeitet der Landesmusikrat verfeinerte Empfehlungen für 2016.
Manfred Grunenberg stellte die aktuellen Flüchtlings-Projekte der Musikschule Bochum vor und sah eine wichtige Aufgabe in der Identitätsförderung und in der Sprachförderung von Flüchtlingen durch Musikschulen. Die Musikschule Bochum führt u.a. Trommelstunden, Projekte zu musikalischen Visitenkarten von Flüchtlingen (dreiminütige Videos) sowie Hörspielprojekte und weitere Projekte zur Sprachförderung durch und bietet Musikschulunterricht für Flüchtlinge an. Grunenberg wies in diesem Zusammenhang auf die mögliche finanzielle Unterstützung durch kommunale Integrationszentren hin wie auch auf  die generell wichtige Unterstützung der Migranten-Selbsthilfeorganisationen.

Eine ausführliche Dokumentation zu allen Veranstaltungen im Rahmen von MüzikNRW folgt. Zudem wird der LVdM in Kürze aktuelle Fördermöglichkeiten zu Flüchtlingsprojekten auf der LVdM-Website veröffentlichen.

MüzikNRW 2 ist ein Projekt des Landesverbandes der Musikschulen in NRW und wird gefördert vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW.

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Weitere Infos:
LVdM NRW e.V.
Tel. (0211) 25 10 09
kontakt@lvdm-nrw.de
www.lvdm-nrw.de/projekt/müziknrw