Weiterführende Informationen und Fördermöglichkeiten:
Stand  09.06.2017

Für Interessierte bietet der LVdM zwei inhaltsgleiche Informationstreffen (jeweis in der Musikschule Bochum) an, bei denen die Grundlagen des Projekts "Musikalische Lernbegleitung im Spracherwerb für Ankommende" vorgestellt und die Materialien und Stundenbilder erläutert werden. Hier finden Sie weitere Details zu den Informationstreffen.

Aktuelles Unterrichtsmaterial finden Sie unter:
http://www.MusikalischeLernbegleitung.de

Förderprogramm Interkulturelle Kunstprojekte
Die Landesregierung NRW fördert mehr "Künste im interkulturellen Dialog". Anträge können jeweils bis zum 15. Oktober für das Folgejahr bei allen Bezirksregierungen, denen insoweit auch eine beratende Funktion zukommt, eingereicht werden. Die Fördergrundsätze Interkultur (PDF, 103 KB) enthalten auch Angaben zu den Antragswegen, dazu, wann eine Antragstellung sinnvoll ist und welche Antragsfristen für die kommenden Jahre einzuhalten sind.
https://www.mkw.nrw/kultur/foerderprogramme/foerderprogramm-interkulturelle-kunstprojekte/


"Miteinander, füreinander- Begegnungen mit Geflüchteten gestalten“ - Bewerbungen für Mittel aus dem Programm der Robert Bosch Stiftung laufend möglich
Die Robert Bosch Stiftung fördert im Rahmen des Programms „Miteinander, füreinander! Praxisprojekte, die Begegnungen auf Augenhöhe zwischen Geflüchteten und der lokalen Bevölkerung vor Ort initiieren. Für eine Förderung bewerben können sich Initiativen und Projekte aus ganz Deutschland, die von der lokalen Bevölkerung und Geflüchteten gemeinsam ausgeführt werden. Initiatoren oder Partner können Einrichtungen (z.B. Kultureinrichtungen), Gemeinden, Migrant*innenorganisationen, Flüchtlings(selbst)organisationen oder Vereine sein. Es kann eine Förderung von 1.000 bis maximal 15.000 Euro beantragt werden. Die Mindestprojektlaufzeit beträgt drei Monate. Es gibt keine Bewerbungsfrist. Bewerbungen sind laufend möglich.
www.bosch-stiftung.de/content/language1/html/64720.asp

 

»Ankommen mit Kultur« - Fonds Soziokultur fördert modellhafte Projekte mit Geflüchteten
Über rund 530.000 Euro Fördergelder für ihre soziokulturellen Projekte können sich bundesweit 60 Vereine und Initiativen freuen. Das entschied das Kuratorium des Fonds Soziokultur auf seiner Vergabesitzung am 1. Juli 2016 in Bonn. Von den geförderten Projekten sind zusätzlich 15 für den »Innovationspreis Soziokultur« nominiert, der mit 10.000 Euro dotiert ist und alle zwei Jahre ausgeschrieben wird. Dem Kuratorium lagen für das 2. Halbjahr 2016 insgesamt 375 Anträge zur Entscheidung vor.
www.fonds-soziokultur.de

 

Bündnisse für Bildung
Über das Förderprogramm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMF) kann der Verband deutscher Musikschulen im Rahmen seines Förderkonzeptes „Musik leben!“ auch Angebote für und mit jungen Geflüchteten zwischen 3 und 18 Jahren unterstützen. So lange finanzielle Mittel vorhanden sind, können jederzeit Anträge für 2017 gestellt werden.
www.musikschulen.de/projekte/kultur-macht-stark/foerderung/antrag/fluechtlinge/index.html

Zudem informiert der Verband deutscher Musikschulen hier über die bundesweiten Musikschulangebote für Geflüchtete: www.musikschulen.de/aktuelles/fluechtlinge/


„MIZ“ - Musikinformationszentrum
Das Deutsche Musikinformationszentrum (MIZ), eine Einrichtung des Deutschen Musikrates, stellt die Vielfalt der derzeitigen Projekte und Initiativen aus dem Kulturbereich für Geflüchtete auf der Internetplattform www.miz.org dar: www.miz.org/fokus_musik_macht_heimat.html Die Informationen gehen aus einer vom MIZ durchgeführten Umfrage zum Thema „Musik und Flüchtlinge“ hervor.


Projekt „Brückenklang“
Das Kulturministerium und der Landesmusikrat NRW möchten Brücken in der kulturellen Vielfalt der Breitenkultur initiieren, festigen und fördern. Unter dem Projektnamen Brückenklang werden bis Ende 2017 unterschiedliche Maßnahmen angeboten und Projekte gefördert.
www.lmr-nrw.de/brueckenklang

 
Empfehlungen zur Durchführung von Projekten mit Bewohnern von Flüchtlingsunterkünften in NRW
 
Zielgruppe: Musikschulen, Musikvereine, Chöre, Kulturinitiativen
 
1. Schlüsselperson bei der Ansprache eines Flüchtlingsheims ist der zuständige Sozialarbeiter. Ihm sollte der Erstkontakt gelten. Verläuft das Gespräch ermutigend, sollte der Träger des Flüchtlingsheims offiziell eingebunden werden. Dann auch die im Heim eingesetzten Kräfte zur Betreuung (die oft ehrenamtlich arbeiten).
 
2. Ein Sozialarbeiter ist oft für mehrere Heime zuständig, insofern ist seine Arbeitskapazität in Bezug auf Projekte von Externen begrenzt. Im Gespräch sollte man deutlich machen, dass man Logistik und Personal für ein Projekt mit Geflüchteten mitbringt und dass von der Gegenseite nicht viel mehr als der Schlüssel und die Unterstützung der Ansprache der Heimbewohner erwartet wird.
 
3. Bei der Einbindung des Trägers ist zwar zwischen kommunalen und freien Trägern zu unterscheiden. Oft gibt es aber im Sozialamt der Kommune eine Koordinierungsstelle, die einen bei der Kontaktaufnahme unterstützt (z.B. Bochum). Die eingebundenen Wohlfahrtsverbände haben in der Regel eigene Koordinatoren als Ansprechpartner. In manchen Kommunen schließen sich die Wohlfahrtsverbände wegen der Flüchtlingsprobleme zu einer „Liga“ zusammen und bilden ein Koordinationszentrum (z.B. in Düsseldorf geplant).
 
4. Der oder die Projektdurchführende/n müssen einerseits Sensibilität und Empathie gegenüber der Situation der Geflüchteten mitbringen, andererseits selbstbewusst, eigenständig und kommunikationsstark auftreten. Man kann nicht auf Kommunikationsstrukturen vor Ort setzen, die einen Externen tragen. Durchhaltevermögen ist eine wichtige Eigenschaft, denn irgendwann wird man als Teil der Heimstruktur empfunden.
 
5. In einigen Heimen gibt es Heimsprecher, die die Kommunikation unterstützen können. Sie findet man über den Sozialarbeiter.
 
6. Manche Kommunen stellen dem bürgerschaftlichen Engagement Sprach- und Kulturvermittler an die Seite (oft wiederum Ehrenamtliche). Diese Möglichkeit kann man z.B. beim Koordinator im Sozialamt erfragen.
 
7. In den gegenwärtigen Heimsituationen herrscht meist eine große kulturelle Heterogenität. Die unterschiedlichen Hintergründe der Heimbewohner machen es kaum möglich, ehrgeizige musikalische Leistungen zu erzielen. Die Projekte sollten niederschwellig und partizipativ angelegt sein.
 
8. Nicht jedes Projekt ist für jedes Heim geeignet. Übergangsheime benötigen kurzfristigere Projekte als Heime mit längerer Aufenthaltsdauer. Perkussionsprojekte funktionieren in einer größeren Bandbreite als Ensemble- bzw. Bandprojekte, die Vorkenntnisse oder sogar eine musikalische Ausbildung erfordern. Grundsätzlich können auch Projekte von kurzer Dauer ein Gewinn für die Situation im Heim sein.
 
9. Kooperationsprojekte mit dem Flüchtlingsheim verbunden mit anderen Einrichtungen sind besser als Projekte, bei denen Geflüchtete unter sich bleiben. Ein Projekt des Offenen Singens mit Geflüchteten und den Kindern einer herkömmlichen Kindertagesstätte oder einer Grundschulklasse (OGS-Bereich) sind beispielsweise tragfähiger als Projekte, die nur mit Geflüchteten durchgeführt werden.
 
10. Projekte, die die Bewohner eines Heims aus dem Heim herausführen, werden in der Regel bereitwilliger angenommen als Projekte im Heim selbst.
 
11. Die Wohlfahrtsverbände und andere Träger der Betreuungsarbeit erwarten von den Ehrenamtlichen in der Regel die Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses vor allem dann, wenn mit Kindern gearbeitet wird.
 
12. Die Musikschule Bochum entwickelt vier typische Projektformen für Musik mit Geflüchteten. Diese Formen können für die Arbeit anderen Orts systematisiert zur Verfügung gestellt werden. (Musikschulleiter: Manfred Grunenberg.)
 
13.Wer ein Ehrenamt als Betreuer oder Multiplikator in einem Flüchtlingsheim übernehmen möchten, den unterstützt das Bundesamt für Migration und Geflüchtete durch Fortbildung und Förderung. Zum Beispiel finanziert das BAMF Multiplikatorenschulungen der Migrantenorganisationen für ehrenamtliche Tätigkeiten im Rahmen der Integrationsarbeit.
 

 

Landesmusikrat NRW, Stand August 2015
Diese Seite empfehlen: